Dr. med. Martin Breinesberger
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OSTEOPATHIE IM VERGLEICH...


... zur Schulmedizin

Osteopathie und Medizin waren vor 100 Jahren völlig getrennte Philosophien. Da die Schulmedizin inzwischen einige Bestandteile der Osteopathie integriert hat, verschwimmen hier die Grenzen zunehmend. Übereinstimmend akzeptieren beide die grundlegenden Naturwissenschaften wie Anatomie, Physiologie, (Bio-) Chemie und Physik. Aufgrund der Anerkennung eines übergeordneten Heilmechanismus im Menschen legt, die Osteopathie jedoch einen wesentlich höheren Wert auf die dynamisch-funktionelle Betrachtung dieser Fächer. Der Osteopath fokussiert sich mehr auf die Förderung des Gesundheitspotentials im Patienten, der Mediziner vorrangig auf die Krankheit und Ihre Bekämpfung.

Aus diesen unterschiedlichen Annäherungen an das naturwissenschaftliche Grundwissen ergeben sich die Stärken und Schwächen beider Seiten: Ist die Schulmedizin in jenen Fällen der Osteopathie vorzuziehen, bei denen eine Selbstregulierung des Körpers nicht mehr möglich ist (z. B. bei Akutfällen), liegen die Stärken letzterer insbesonders im Bereich funktioneller und chronischer Störungen.

 

... zur Chiropraktik/-therapie

Der Begründer der Chirotherapie, D. D. Palmer (1845–1913) inspiziert 1893 eine Woche lang Stills Schule in Kirksville. Offensichtlich werden ihm manuelle Techniken gezeigt, die er in den folgenden Jahren durch einen befreundeten osteopathischen Arzt vertieft. Schließlich benennt er seine Schule Palmer Cure & Infirmary 1898 in Palmer School and Infirmary of Chiropractic um. Der große Unterschied zu Stills Osteopathie ist, dass es sich bei Palmers Chiropraktik um eine rein körper- und symptomorientierte Behandlungsmethode handelt, die die Ursache einer Beschwerde immer am Ort ihres Symptoms vermutet. Zudem orientieren sich seine Techniken nicht an den durch die Patienten gegebenen individuellen physiologischen Gegebenheiten, sondern versuchen, ein biomechanisches Ideal einzustellen.

Die moderne Chirotherapie hat zwar die Methoden enorm verfeinert, es bleibt aber gegenüber der Osteopathie der große Unterschied der fehlenden Ganzheitlichkeit und auf Körperebene die Berücksichtigung des menschlichen Körpers als biologisch-physiologisches Netzwerk, in dem Ursache und Symptom oftmals weit voneinander entfernt liegen.

 

... zur Manuelle Therapie/Medizin

Die im deutschsprachigen Raum als manuelle Medizin/Therapie bekannte Methode entwickelt sich in den 1950ern aus einer Mischung von Littlejohns Biomechanik, die über England nach Skandinavien gelangt war, und Palmers Chirpraktik. Für die manuelle Medizin/Therapie gilt das gleiche wie für die Chirotherapie. Der ganzheitliche Aspekt fehlt ebenso wie ein biologisch-physiologisches Körperkonzept.

 

... zur Kraniosakrale Therapie

Die kraniosakrale Therapie wird von W.G. Sutherland in den 1940ern als integraler Bestandteil der Osteopathie entwickelt (S. 13). Der amerikanische Osteopath John E. Upledger unternahm in den 1970ern zusammen mit dem Physiologen Ernest W. Retzlaff ausgiebige wissenschaftliche Untersuchungen in diesem Bereich. Schließlich koppelt Upledger ihn aus der Osteopathie aus und gründet sein eigenes Institut, das sich fortan ausschließlich der Forschung und Lehre der kraniosakralen Therapie verschreibt. Er erweitert sie in den Folgejahren um bedeutende Aspekte wie z. B. die somato-emotionale Befreiung und die therapeutische Bedeutung des Zellgedächtnisses.

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