Dr. med. Martin Breinesberger
   Arzt für Allgemeinmedizin
   Wahlarzt Ordination

Nav Ansichtssuche

Navigation

Suchen

CALCIUM UND OSTEOPOROSE

 

Weshalb ist die Osteoporose-Rate in unserem Land so hoch, wo wir doch genügend Milch trinken? Calcium ist in den letzten Jahren sehr in die Aufmerksamkeit des Laien gerückt. Grund dafür ist die Werbung und Hintergrundinformationen unserer Milchwirtschaft, aber auch die Interessengruppe für Osteoporose, hinter denen zum großen Teil die Pharmaindustrie (Hormone und Osteoporose-Medikamente) als Geldgeber stehen.

Was ist Osteoporose?

Der Aufbau der Knochenmasse dauert etwa bis zum Alter von ca. 30 Jahren. Anschließend baut der Organismus stetig wieder Knochenmasse ab. Wenn ein überdurchschnittlicher Rückbildungsprozess stattfindet, kann es mit zunehmendem Alter zu schmerzhaften Skelettveränderungen (runder Rücken, Buckel) und brüchigen Knochen kommen. Bereits geringste Belastungen führen zum Knochenbruch.

Ursachen von Osteoporose

Osteoporose entsteht, wenn sich die Knochenbälkchen vermindern. Das wahre Problem ist nicht das Calcium, sondern eben dieser verminderte Aufbau organischer Knochenstruktur. Hauptursache ist die Übersäuerung des Organismus, verursacht durch eine Eiweiß-Überernährung, aber auch das Vorliegen zu vieler organischer Säuren, wie Phosphate, Gluconate, Citrate und Lactate. Diese sind in großer Menge in konservierten Lebensmitteln und in Milchprodukten vorhanden, die unsinnigerweise zur Behandlung der Osteoporose empfohlen werden.

Calcium ist ein Mineralstoff, welcher in der Erde in großer Menge vorkommt. Calcium ist essentiell, d.h. es muss von außen zugeführt und ist an vielen körperlichen Funktionen beteiligt. Nicht nur als Hauptbestandteil von Zähnen und Knochen, sondern auch als Katalysator vieler Stoffwechselvorgänge (speziell im Muskel- und Nervenstoffwechsel) spielt Calcium eine sehr wichtige Rolle. Calcium reguliert aber auch die Herztätigkeit, sowie alle unbewussten vegetativen Funktionen.

Milch und Milchprodukte (tierisches Eiweiß) sind sehr wohl calciumhaltig. Dieses Calcium nützt aber nichts, da ein Übermaß an Phosphaten und vor allem ein starkes Übermaß an Milcheiweiß vorhanden sind. Dieses bindet das Calcium und macht es inaktiv für die Zelle und den Knochen. Die Eskimos, mit der weltweit höchsten Calciumzufuhr (2000 mg/Tag aus Fisch) haben eine der höchsten Osteoporoseraten der Welt, da sie zugleich die weltweit eiweißreichste Ernährung (250-400 g/Tag) haben!

Osteoporose durch Laktose-Intoleranz

Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Fähigkeit des erwachsenen Mittel- und Nordeuropäers Milch(-zucker) zu vertragen und einem relativen Lichtmangel. Dieser Mangel an UV-Strahlen verursacht eine geringere Vitamin-D-Bildung in der Haut: die Calciumresorption ist vermindert. In sonnenärmeren Gegenden wird das Vitamin D als Calcium-Transporteur durch Lactose ergänzt. Trinken Lactose-intolerante Personen Milch, leiden sie nicht nur unter Bauchweh und Durchfällen, die Calciumresorption in ihrem Darm wird darüber hinaus nachhaltig gestört. Deshalb sind Lactose-Intolerante durch Milch eher Osteoporose-gefährdet. Wäre eine geringere Calciumzufuhr die Ursache der Osteoporose, müssten vor allem Völker, die keine Milch trinken, besonders gefährdet sein. Das Gegenteil trifft zu. Der Grund für ihre gesünderen Knochen ist eine höhere Sonneneinstrahlung.

Vegetarier und Osteoporose

Es ist vielfach wissenschaftlich belegt, je mehr Eiweiß dem Körper zugeführt wird, desto negativer die Calciumbilanz, d.h desto größer der Calciumverlust in den Knochen selbst bei hoher Calcium-Aufnahme. Vegetarier, welche einen geringen tierischen Eiweiß-Anteil in ihrer Nahrung vorweisen, haben signifikant weniger Osteoporose.

Beratung

In der Ernährungsberatung erfährst du, welche Nahrungsmittel wirklich Calcium liefern, welche phosphathaltig sind und unbedingt gemieden werden müssen und welche Faktoren die Calcium-Zufuhr hindern oder sie fördern.

Links

Bild Dir Deine Meinung: Infos zum Thema Milch, Osteoporose und Calcium

Zusätzliche Informationen